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Johnny Cash _ Amercian V: A Hundred Highways
Irgendein ignoranter Jerk hat in irgendeinem ignoranten Schrottmagazin das neue Cash-Album als überproduziert und übersentimental (oder so) bezeichnet. Was für ein Idiot. "A Hundred Highways" ist brüchig, ja, mehr eine Songsammlung, als eine tighte Platte aus einem Guss, ja. Aber "A Hundred Highways" ist auch so ziemlich die intensivste Platte aus der American Recording Serie, in der sie die finale Nr. 5 markiert. Zwischen dem Tod seine Frau und seinem eigenen mit schwindender Kraft aufgenommen, kratzt Cash nochmals die Dinge zusammen, die noch zu sagen waren. Und jedes Wort davon tut gut, will gehört werden und zählt. Das Rick Rubin in der post-mortalen Post-Produktion auch Streicher oder eine Querflöte zugelassen hat, macht aus dem Album noch keinen zugekleisterten Zuckerbrei, wie erwähnter ... in seinem Geschreibsel suggeriert. Das Album hat wie alle aus der American Recording Serie einen eigenen und doch auch einen verbindenden rohen Klang. Zum Bitteren kommt bei "Highways" das Zarte. Das Wissen um den Kontext der kaum zu ignorieren ist legt über die Musik eine weitere Bedeutungsebene, die Songs wie "If You Could Read My Mind", "Further On Up The Road" oder "A Legend In My Time" verstärken und Herz und Verstand zu knabbern geben. Für manche ist womöglich eine Portion Realitätseinfluss zuviel gegeben und der ist mitunter schwer verdaulich. Karies ist so kaum, eher eine Magenschleimhautentzündung zu befürchten. Letztlich ist "American Recordings Vol. 5" als Vermächtnis ein versöhnliches Werk. Und so oder so ein Bedeutendes. SONG BY SONG _ Flehentlich: Help Me. Rumpelnd: God's Gonna Cut You Down. Dylan-like: The 309. Herzzerreißend: If You Could Read My Mind. Lässig: Further On Up The Road. Traurig: On The Evening Train. Nackt: I Came To Believe. Titelgebend: Love's Been Good To Me. Augenzwinkernd: A Legend In My Time. Gebrochen: Rose Of My Heart. Liebend: Four Strong Winds. Final: I'm Free From The Chain Gang Now. [ back ] ![]() |