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Mudcrutch _ Mudcrutch
Gut Ding braucht Weile. Manchmal. So hab ich Tom Petty erst relativ spät entdeckt. „Free Fallin’“ von Full Moon Fever war wohl mein erstes bewusstes Wahrnehmen. Von da an hab ich seinen Weg aber aufmerksam verfolgt und mich auch mit seinen älteren Werken beschäftigt. Dass ich Petty eines Tages entdecken würde, war unvermeidlich, ist er doch ein signifikanter Bestandteil des Dylan-Cash-Rock-Pop-Universums in dem ich geboren wurde, nachdem ich zuvor nur als wirrer Geist auf der Erde wandelte. Gut Ding braucht eben manchmal Weile. Noch länger hat der Release des Debütalbums Pettys erster „richtiger“ Band gedauert. Das wurde erst jetzt veröffentlicht, 35 Jahre nach intensivem Bemühen einen „Deal“ zu landen. Damals gab es zwar einen Deal, aber letztlich nur für Petty. Die Band tat sich bei anberaumten Aufnahmesessions mehr als nur schwer und bugsierte sich so selbst ins Aus. Immerhin eine Single wurde fertig: „Depot Street“, die auf Pettys Playback-Box nachzuhören ist (neben ein paar weiteren geretteten Aufnahmen von Mudcrutch). Ein großes Problem war damals wohl, dass es keinen eindeutigen Kopf der Band gab und als sich immer mehr herausstellte, dass Petty diese Rolle zuwuchs, verlies erst einer die Band, dann löste sie sich komplett auf ... So startete Petty seine Karriere. Zwei aus der damaligen Formation sollte seinen Weg dabei weiter begleiten. Gitarrist Mike Campbell und Tastenmann Benmont Tench. Nicht mehr dabei waren Danny Roberts, der bei Mudcrutch den Bass zupfte und Randall Marsh, der die Fälle bearbeitete. Ursprünglich gab es noch ein weiteres Mitglied: Jim Lenahan, der kurzzeitig sogar Leadsinger der Band war. Um aufs Collage zu gehen überlies er Petty und Leadon aber diese Aufgabe, sollte sich später schräg, schräg bei Petty (dann schon mit den Heartbreakers) für das Licht bei dessen Konzerten verantwortlich zeichnen. Wie auch immer. Das nun endlich erschienene Album, das bis auf Lenahan wieder alle vereint, heißt wie die Band selbst und bietet grandiosen Country-Folk-Rock und ist schlicht das Beste, was es von Petty seit langem zu hören gab. Besonders lustig dabei: Letztlich wurde das Album in nicht mal zwei Wochen im August 2007 eingespielt. Manchmal geht es dann doch auch ganz schnell. Der amerikanische Rolling Stone bezeichnete die CD als „Instant Classic“. Zu Recht. Gut Ding. Wenn es denn auch insgesamt 'ne Weile gebraucht hat, bis es dann mal da war. [ back ] ![]() |