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HeavyPadding _ Erste Eindrücke vom Pad

Wie immer bei Apple-Produkten: Ein Foto kann kaum einfangen, wie ein Gerät tatsächlich wirkt, hat man es dann vor sich und in der Hand. Das iPad macht einen gleichsam vertrauten wie ... "futuristischen" Eindruck. Es ist unglaublich simpel und unglaublich schön.

Kleiner als gedacht. Aber eine ganz andere Größe und Liga, als ein iPhone oder iPod touch (der permanente Vergleich all überall nervt übringens gewaltig – warum kann man das Ding nicht einfach an- und für sich betrachten?).

Der schwarze Balken beim 3G trägt nicht halb so extrem auf, wie dies auf Bildern erscheint. Allerdings zeigt sich hier ein potentieller (bei mir natürlich tatsächlicher) Schwachpunkt für die Verarbeitung: Der Balken sitzt nicht wirklich absolut exakt und nahtlos im Gehäuse sondern "ragt" an einer Stelle ein My hinaus (oben rechts).

Das Wi-Fi hat unterhalb des Rotationsblockierknopf zwei minimale Einkerbungen. Den Mist kennt man – oder zumindest ich – von den Books. Generell ist die untere Kante so "scharf", dass sich solche Mini-Macken hier wohl rasch ergeben.

Beim 3G spüre ich den Apfel auf der Rückseite als leicht vertieft. Beim Wi-Fi nicht.

Die Farbtemperatur der beiden iPads unterscheidet sich leicht. Das Wi-Fi wirkt "wärmer" (gelber), das 3G "kühler" (bläulicher). Der Unterschied ist allerdings nicht extrem. Bei beiden Geräten scheint es so, als wäre das Display jeweils im rechten Bereich leicht dunkler bzw. gelber. Mehr so beim 3G.

Tippen auf der virtuellen Tastatur kann nicht mit dem Schreiben auf einer "normalen" verglichen werden. Zumindest nicht, wenn man das Zehnfingersystem beherrscht und dieses anwenden möchte. Auch scheinen manche Tasten "falsch" bzw. "fremd" angeordnet. Ein Phänomen, das mir auch an anderer Stelle auffällt. So drücke ich beim Surfen ständig auf die Thumb-Überblickseite, obwohl ich eigentlich nur einen neuen Bookmark auswählen möchte.

Von wegen Surfen: Die Web-Experience haut mich auf Anhieb nicht halb so sehr um, wie ich das erwartet hätte. Als Tab-Surfer vermisse ich es, mehrere Bookmarks zu einem Komplex auf einmal öffnen und dann rasch "durchscannen" zu können und Tab für Tab nach einem raschen Blick auf die neusten Inhalte wieder zu schließen. Peinlich auch: Auf der von Apple als "iPad ready" deklarierten Webpage der New York Times findet sich ausgerechnet zu einem Artikel über Apple vs. Microsoft ein Mulitmedia-Irgendwas, das nicht gestartet werden kann, da der Flash-Player fehlt. Fehlt Flash also doch? Nicht im Sinne des Nichtvorhandenseins, im Sinne des Vermissens?

Vor allem die Magazin-Lösungen begeistern mich ohne wenn und aber. Dabei finde ich es überhaupt nicht schade, dass jedes eine eigene Art der Navigation aufweist. Das macht für mich mit deren Reiz aus. Und plötzlich lese ich wieder. Mit großen Vergnügen etwa den WIRED-Artikel über Pixar inkl. Videos, Fotos, super Layout. Oder die Time-Story über Steve Jobs und Apple. Und natürlich macht auch Popular Science+ Spaß. Alleine wegen des Designs und der Navigation/Content-Interaktion.

Toll ist auch die ambitionierte Alice in Wonderland-Kiste. Schön gemacht.

Als Apps überzeugen auf Anhieb der TiltShift Generator – den ich auf dem iPhone eher blöd fand – und der Wurf von IMDb, der kein kleiner ist. Apps, die bislang "nur" für das iPhone entwickelt wurden, machen für mich auf dem iPad hingegen nur bedingt Sinn und können nur Platzhalter sein, bis konkrete "HD"-Angebote da sind. Etwa Apples Remote.

Als Clients fehlt eine überzeugende Twitter- und Facebook-Lösung, wobei Twitter auch normal via Web genutzt werden kann (allerdings muss hier immer wieder erklärt werden, dass man nicht die Mobile-Version nutzen möchte). Facebook im Netz ist okay, allerdings muss auf die Chat-Funktion verzichtet werden und ist es nicht ohne weiteres möglich Fotos hochzuladen. Diese müssen über die Foto-Applikation via E-Mail an eine zuvor anzufordernde Individual-Adresse geschickt werden. Ein wenig ... umständlich. AIM fürs Pad ist okay, nicht gerade genial, aber immerhin funktional. Ist manchmal ja auch schon was.

Gespielt habe ich bislang GodFinger und Shanghai Lite. Beides mit großem Vergnügen.

Keynote und Konsorten sind leistungsfähiger als Gedacht. Auf Anhieb lässt sich der komplette Funktionsumfang gar nicht erfassen. Ein Wermutstropfen: Nur eine begrenzte Anzahl von Fonts steht zur Verfügung. Zusätzliche Schriften aufspielen geht wohl eher nicht. Aber, eine im "richtigen" Keynote aufwendig erstellte Präsentation lies sich ohne Probleme öffnen (lediglich zwei Effekte gingen dabei mit entsprechendem Hinweis "verloren"). So gesehen kann wohl durchaus auf dem Pad gearbeitet werden – evtl. mit Finish auf einer größeren Maschine oder aber Verzicht auf eine bestimmte Types oder rare bzw. super komplexe Animation.

Die zum Pad gehörenden Grundprogramme sind durchweg gut. Hier und da fallen Kleinigkeiten auf, z.B. ist es nicht möglich in einem gesynchten Fotoalbum Bilder zu löschen oder sucht man im iPod-Programm vergebens nach einer Cover-Flow-Ansicht. Doch die Interfaces sind wirklich top und brillant auf das Pad und seine So-oder-so-Orientierung abgestimmt. Da fällt das Genannte (und Verschwiegene) nicht weiter ins Gewicht. Und Apple wird die Programme natürlich weiter- und zusätzliche neu entwickeln ... wundervolle Zukunft.

Manche beklagen noch, dass bestimmte Apps, etwa die Wetter- oder Rechner-Sache, fehlen würden. Warum fehlen? Nur weil es diese auf iPhone und iPod touch gibt? Das Pad ist das Pad ist das Pad. Kein großer Pod, kein großes Phone. Ein bzw. das Pad (siehe ganz oben). Das kommt, womit es kommt. Für den Moment. Wer anderes oder mehr braucht, holt sich das aus dem Store (z.B.: Voice Recorder, Wetter für iPad, Calculator HD for iPad).

Sicher ist das Pad nicht Jedermanns Sache. Meine wohl. Und wer sich darauf einlässt und mit dem Gerät etwas intensiver in "Berührung" kommt, den wird es ... berühren. Bestimmt.

Das wichtigste fast vergessen: Was macht das Pad letztlich wirklich bemerkenswert und aus? Es ist klein genug, um es wirklich überall zu nutzen. Auf der Couch, im Sessel, im Bett, im Café, ... Es ist groß genug, um dabei ein echtes Eintauchen in die Inhalte zu ermöglichen. Es ist leistungsfähig genug, um damit wahrlich etwas erleben und auch erarbeiten zu können. Es ist immer da – auch im Sinne von sofort verfügbar. Man bootet es nicht erst, es ist einfach an und los geht's. Und der Akku hält tatsächlich richtig lang.

Chapeau Apple.

[Glätte das hier sprachlich noch bei Gelegenheit. Und ergänze es vermutlich auch noch ein wenig. Etwa um eine Aussage zur Qualität des Lautsprechers etc. Aber das nur so am Rande. ]

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