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Rooaaaaarrr _ Mac OS Lion
Die neuste Version von Apples Mac OS lässt meinen (gar nicht so) ollen iMac doch tatsächlich erscheinen, als sei er plötzlich eine neue, ganz andere Kiste. Der versprochene "bislang größte Katzensprung" ist kein hohles Los-Kauf-Gesschwurbel, sondern wahr. Und beeindruckend. Das Betriebssystem kommt kompakt und potent daher, ist zum Teil radikal anders als seine Vorgänger und doch sehr intuitiv zu benutzen. Dabei begeistern zum Teil ausgerechnet die Funktionen am meisten, von denen man im Vorfeld womöglich dachte "wtf?". Z.B. Full-Screen Apps und Launchpad. Wer bislang meinte, ein Mac ist ein Mac und ein iOS-Dings ist ein iOS-Dings, wird nun womöglich erkennen, dass am Ende doch vor allem ein Task ein Task ist und es manchmal Sinn macht, sich voll und Ganz auf diesen und einen zu konzentrieren. Zuviel OS permanent sichtbar zu haben – wie bislang – erscheint rückblickend wie Fahren ohne Motorhaube. Jetzt verführt der Schwung einer sexy Karosserie. Und Schwung hat alles, nicht zuletzt durch die gewachsene Bedeutung von Gesten. So ist der Vierfingerswipe zum Wechsel von einer Full-Screen Anwendung zur nächsten ebenso lässig, wie wie das Herbeistreicheln von Mission Control, der ersten wirklich guten Lösung, um alles übersichtlich zu überblicken, was auf dem System insgesamt so läuft. Plötzlich macht ein Magic Trackpad auch tatsächlich Sinn, das bislang doch eher ein Gag, den nützlich wahr. Auch der Programmstarter, der Anwendung von einer Datei-identischen Darstellung befreit und schnell und sexy zugänglich macht, ist, auf den ersten echten Blick, absolut logisch und überzeugend und weit mehr als ein von iOS-Devices albern oder verspielt abgekupfertes Irgendwas. Dass zusätzlich der Gesamtlook – leaner und meaner – und unzählige Verbesserungen im Detail – etwa die neuen Korrekturhilfen – zünden, sei fast nur noch der Vollständigkeit halber erwähnt. Nicht zu vergessen die wirklich neuen und um einiges leistungsfähigeren Basis-Anwendungen wie Mail, Adressbuch oder iCal – sehr fein! Einzig unglaublich herausfordernd und gewöhnungsbedürftig ist das neue "natürliche" Scrollen, das auf den Kopf stellt, wie bislang Inhalte gezogen und geschoben wurden. In der Vergangenheit galt die Scrollbar-Logik – ich ziehe was nach unten, will ich sehen, was am Ende kommt. Nun gibt es quasi keine Balken mehr und die neue Wahrheit lautet, wenn ich ans Unten will, schiebe ich das nach oben. Irgendwie schon klar und letztlich genau die Fingerhabe, die von Beginn an bei iPad & Co galt. Nach gefühlten 1.000 Jahren, die das bei einem klassischen Computer andersrum funktioniert hat aber durchaus ... eigen. So ist eben Apple: nicht verlegen, wenn es darum geht alte Zöpfe abzuschneiden. Manchmal erscheint das zunächst verwegen und radikal und nicht selten dann doch logisch und konsequent. Und wer damit (noch) nicht zurecht kommt, kann das ja (sogar) in den Systemeinstellungen umstellen ... Begeisternde Katze, tolles OS, vielleicht sogar das König der? Mir gefällt's. [ back ] |