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![]() ![]() Was schreibt man über eine Veranstaltung, die man aus einem Gefühl heraus besuchen wollte, von der man im Vorfeld aber nur eine vage Vorstellung hatte und in den drei Tagen, die sie gedauert hat, keine klare gewinnen konnte? Ursprünglich war die re:publica wohl mal sowas wie ein ambitioniertes Bloggertreffen. Heute ist sie eher ein Kongress der digitalen Avantgarde bzw. eines digitalen Lifestyles. Oder in einem einfacheren Bild ausgedrückt eine Gelegenheit für leicht verschwurbelte Nerds mal ihre (fast ausnahmslos) Apple-Geräte spazieren zu tragen und unter Gleichgesinnten simultan in selbige zu glotzen und zu tippen (mir ja nicht gänzlich unsympathisch, aber wer will schon andauernd in den Spiegel schauen müssen). Vor Ort haben sich mehr Leute gegenseitig Tweets geschickt, als unmittelbar miteinander Worte gewechselt. Irgendwie dann doch seltsam. Das Programm war ... vielfältig? Unüberschaubar? Wirr? In mehreren Spielstätten fanden parallel "Sessions" zum Großteil Powerpoint gestützte Vorträge statt, die nur selten hielten, was ihre Titel versprachen. Vielleicht hätte man die Kurzbeschreibungen und Sprecherbios im Vorfeld eingehender (oder überhaupt) studieren sollen, um klarere Ideen von Inhalt und Gehalt der einzelnen Angebote zu bekommen. Aber wer tut das schon? So bin ich regelmäßig in Sachen gestolpert, die mir im Vorfeld sehr vielversprechend schienen, die aber auch nur genau das blieben. Versprechen. Und leider wurde mal wieder der Wahrheit verheißende Kind-im-Mann-Mund verifiziert, der da keimt und reimt: Versprochen, gebrochen. In die Vorträge überhaupt rein zu kommen, die einem interessant erschienen, war, unbesehen davon, auch so eine Sache. Lange Schlangen und regelmäßig vergebliches Warten machten nicht gerade Laune zumindest keine gute. Und dann eben das: war man drin, wollte man nicht selten auch nur wieder raus, blieb aber natürlich doch hocken (und tippte Tweets ins iPhone). Manche Vorträge waren schlicht so nichts sagend, unstrukturiert und uninspiriert, dass es geradezu frech war, diese im Rahmen eines naja Fachkongresses überhaupt anzubieten. Prüft da im Vorfeld niemand, ob die, die da sprechen sollen und wollen auch wirklich was zu sagen haben? Immerhin kostet die reziptive Teilnahme am Event doch auch ein paar sehr reale Euros, die man sich erst mal erflattern muss (würde man den Dienst nutzen). Also darf man eigentlich doch auch etwas erwarten, für's Geld. Oder? Hier gab es aber nicht viel. Und schon kaum bis gar keine Visionen, an denen ich vor allem interessiert gewesen wäre. Die meisten Ausführungen beschränkten sich auf gut abgehangene Gegenwartsbeschreibungen und waren damit schon im Ansatz eher gestrig. Aber auch unabhängig vom Fehlen von Ideen, wohin die Reise gehen könnte, war das meiste, was mir begegnete, inhaltlich so dünn, wie es Heidis Models körperlich gerne wären. Um nicht vage zu bleiben: "Design Thinking", "iPad eine Gated Community", "Social Media Measurment", irgendwas von zwei Literatur-Girls und allen voran "Was würden wir gerne bei öffentlich-rechtlichen sehen" war purer Schrott und die Zeit und Aufmerksamkeit nicht wert, die es hierzu aufzubringen galt. Auch "//ICONS//" und "Facebook Revolution" sowie "Was ist ein Kontrollverlust?" hätte man sich sparen können hier gelang es einem zumindest noch sich sowas wie Sympathie für das Thema oder den oder die Vortragende(n) abzuringen. Wirklich okay bis gut waren immerhin "Augmented Reality" (mit internationalem Flair), "Wie Journalisten Daten finden und sicher nutzen" (gekonnt und sympathisch präsentiert), der Lobo-Vortrag über Trolle, "Der Bericht ist voll einseitig und mies recherchiert" (Highlight) sowie "YouTube als Zukunft des Bloggens" und "TV kills the YouTube-Star" (auch wenn hier der Titel again nicht wirklich viel mit dem Sprech zu tun hatte) und: Das Finale "Was hat das Internet je für uns getan (inkl. kollektivem Bohemian-Rhapsody-Gesinge). Auch "Der Widerstand gegen Stuttgart 21" und "Plattform TV" stehen ersterer bestimmt, zweiterer tendentiell auf der Haben-Seite. Die Abendprogramm-Sonderlinge "Powerpoint-Karaoke" und "Twitterlesung" sowie die ein oder andere Begegnung mit durchaus interessanten, zumeist beruflich ähnlich ausgerichteten Menschen ebenso. Am Ende also alles in allem doch eher ausgewogen? Worüber sich dann beschweren? Über das, was mies oder banal war und darüber, dass etwas letztlich eher Mittelmäßiges nicht wirklich begeistern kann. Und darüber, dass am Ende der drei Tage für mich noch immer nicht richtig klar war, was das alles nun eigentlich sein will oder bringen soll. Themen der Zeit scheinen jedenfalls zu sein: "Trolle" und die (immerhin vorwärtsgewandte) Frage nach der "Zukunft des Fernsehen", die viele bereits mit "gibt es nicht" beantworten, andere mit "lean back" und "lean forward" Medien relativieren. Es scheint also auch in der Konkuslion zu diesem wie allem anderen zu gelten: "Nichts genaues weiß man nicht". Na dann. Womöglich komme ich nächstes Jahr aber doch wieder. Ganz schlecht war's ja nicht, irgendwie gehört man auch dazu. Und so. Mal re:thinken. Bei Gelegenheit. Im Moment bleibt aber das Gefühl doch eher ... mau? Genau! [ back ] |